05.10.2018

Bergischer ASB-Retter hilft in Afrika

Andreas Hofmann aus Overath steht vor seinem ersten Einsatz für die Auslandshilfe des Arbeiter-Samariter-Bundes in Sambia.

ASB-Helfer Andreas Hofmann bei der Vorbereitung seiner Ausrüstung.

Äußerlich gelassen steht Andreas Hofmann in einer Ausrüstungs-Lagerhalle des Arbeiter-Samariter-Bundes in Bergisch Gladbach. „Ein bisschen innere Anspannung gehört natürlich schon dazu,“ sagt er, während er mit ruhiger Hand Werkzeug in einer Alu-Kiste sortiert. Mit Werkzeug kennt er sich aus. Im Alltag ist er Elektroinstallateur und muss so manch eine Baustelle meistern. Nun steht er allerdings vor einer Herausforderung, wie er sie noch nie erlebt hat. In wenigen Tagen reist er nach Sambia, um dort mit dem FAST (das First Assistance Samaritan Team der Auslandshilfe des ASB) ein Hilfsprojekt umzusetzen. Es ist durchaus der berühmte Sprung ins kalte Wasser, doch er fühlt sich gut vorbereitet. „Du bist ja im Einsatz nie alleine.“


Ein besonderer FAST-Einsatz
Für die ASB-Schnelleinsatzgruppe FAST ist es ein besonderer Einsatz. Normalerweise kommen FAST-Einsatzeinheiten unmittelbar nach einer Katastrophe zum Einsatz, um eine basismedizinische Versorgung und die Trinkwasseraufbereitung zu gewährleisten. Aktuell ist beispielsweise ein Nothilfeteam des ASB in Indonesien im Einsatz. Bei dem Projekt in Sambia handelt es sich jedoch um keine Nothilfe im Katastrophenfall. Vielmehr geht es darum, präventiv tätig zu sein. Der ASB will die Gesundheitsversorgung in der Region Mumbwa in Zentral-Sambia stärken, insbesondere die Infektionsprävention und Kontrolle, sprich „Krankenhaushygiene“.


Stärkung von "health posts"
Im Umland einer Farm des Kooperationspartners Amatheon Agri gibt es mehrere Gesundheitseinrichtungen, darunter zumeist recht einfache Gesundheitsstationen (sogenannte „health posts“) sowie zwei etwas größere Zentren. Das nächst gelegene Krankenhaus befindet sich hingegen in etwa 80 km Entfernung in Mumbwa-Stadt. In dem 14-tägigen Einsatz wird das 7-köpfige ASB-Team verschiedene Maßnahmen zusammen mit Kolleginnen und Kollegen vor Ort umsetzen. Ziel ist es, die Kompetenzen der vorhandenen Einrichtungen zu stärken. Der Schwerpunkt ist die Prävention von übertragbaren Erkrankungen und Erregern, um zum Beispiel die Ausbreitung zahlreicher Kinderkrankheiten sowie Atemwegs- oder Durchfallerkrankungen zu verhindern.


Auf Augenhöhe
Angefangen wird mit ganz einfachen Dingen: der Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung wie Kittel, Handschuhe oder Schutzbrillen sowie die Errichtung einer Barriere am Empfangstresen. Zu den Aufgaben von Andreas Hofmann gehört unter anderem, den Gebäudezustand der “health posts” zu ermitteln und kleinere Reparaturen auszuführen. Auch anspruchsvollere technische Lösungen sollen mit den Partnern in Sambia beraten und umgesetzt werden, zum Beispiel Verbrennungsöfen für medizinischen Abfall und eine Abwasserentsorgung. „Wir begegnen den Einheimischen dabei auf Augenhöhe und werden nicht einfach unsere europäischen Standards übertragen“, betont Hofmann. Zunächst werden die Mitglieder des FAST dafür eine Bedarfsermittlung im direkten Gespräch mit den dortigen medizinischen Kräften vornehmen. Dann entscheiden sie gemeinsam, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Wichtig ist, dass alle Materialien in Sambia verfügbar sind.


„Außerdem wollen wir vor Ort Desinfektionsmittel herstellen“, berichtet Hofmann. „In Sambia gibt es nur Seife. Eine Desinfektion der Hände ist aber bei der Behandlung von Patienten enorm wichtig.“


In diversen Planungsbesprechungen im Vorfeld des Einsatzes haben erfahrene Kolleginnen und Kollegen des ASB das Team auf die Situation im Einsatzgebiet eingestellt. Eine Assessment-Gruppe sowie ein bereits vor Ort stationierter ASB-Mitarbeiter sorgen dafür, dass alles bestens vorbereitet ist.


Gut vorbereitet durch mehrjährige Ausbildung
Auch Andreas Hofmann fühlt sich gewappnet. Beim ASB machte er eine mehrjährige Ausbildung als Auslandshelfer mit Schwerpunkt Trinkwasseraufbereitung. Anschließend bekam er eine Logistiker-Ausbildung. Aber auch medizinische Kenntnisse bringt der Overather ASB-Retter mit, da er für sein Ehrenamt im Katastrophenschutz des ASB Regionalverband Bergisch Land eine Ausbildung zum Rettungshelfer absolviert hat.
Während Andreas Hofmann in der Bergischen Heimat ein routinierter Katastrophenschützer ist, wird das Sambia-Projekt sein erster Auslandseinsatz sein. Doch die gute Vorbereitung und die Zusammenarbeit in einem gut ausgebildeten Team geben Sicherheit. „Ich bin zwar einer der ‚Greenhorns‘ in der Gruppe, aber es sind auch einige sehr erfahrene Leute dabei. Außerdem weiß ich, dass der ASB uns nicht einfach ins Blaue schickt. ASBler werden nicht in Regionen und Länder entsandt, wo es gefährlich werden könnte“, weiß Hofmann. Gelassen sortiert er weiter sein Werkzeug in der Alu-Kiste, die Savanne Sambias bereits vor Augen.