23.09.2018

Schiffshavarie und ASB-Großeinsatz: Übung erfolgreich abgeschlossen

Katastrophenschutzeinheiten des ASB Bergisch Land proben bei der ASB-Bundesübung den Ernstfall


Am 22. und 23. September fand die größte Übung in der 130-jährigen Geschichte des ASB statt. Mit rund 500 Teilnehmenden wurde am Störmthaler See in der Nähe von Leipzig das Krisenszenario eines havarierten Ausflugschiffs geübt.


Die Übung stellte eine äußerst realitätsnahe Notfallsituation dar:
Zahlreiche Passagiere springen über Bord und retten sich zum Teil schwerstverletzt an das nahe Ufer des Sees. Nach der Alarmierung erkunden die Helferinnen und Helfer zunächst die Lage. Verletzte schreien vor Schmerz und rufen um Hilfe. Mit mehreren Gerätewagen des Sanitätsdienstes richten die Rettungskräfte Patientenablagen am Strand ein. Rettungsboote holen Patienten von dem havarierten Schiff. Mittels Suchhunden und Drohnen werden der Strand und das umliegende Gebiet nach weiteren Verletzten abgesucht. Schaulustige behindern die Arbeit der Rettungskräfte. 


Der ASB Bergisch Land war mit mehreren Einsatzfahrzeugen an der Bundesübung beteiligt. Gruppenführer Sebastian Oeckei leitete das Sanitätsteam des Gerätewagens. „Er hat wohl die schwerste Aufgabe erwischt“, berichtet ASB-Rettungssanitäter Daniel Hofmann anerkennend. Er nahm ebenfalls von Seiten des ASB Bergisch Land an der Übung teil. „Sebastian musste dafür sorgen, dass alle Patienten gesichtet werden und er musste die spärliche Anzahl an Einsatzkräften auf die Verletzten verteilen.“


Die bereitgestellten Kranken- und Rettungswagen brachten die Patientinnen und Patienten schließlich in ein Leipziger Krankenhaus, das im Rahmen der Großübung ebenfalls sein Versorgungskonzept testete.


Nach dem erfolgreichen Abschluss der Übung fand ein gemeinsamer Austausch mit allen teilnehmenden ASB-Einheiten statt. Für die interne Nachbereitung des ASB Bergisch Land war besonders hilfreich, dass der stellvertretende Zugführer Dominik Hohnbaum kurz vor Beginn der Aktion in die Übungsleitung des Bundesverbandes berufen worden war. „Von dort hatte ich einen guten Überblick über das gesamte Geschehen und konnte das Treiben von außen beobachten. Das hat uns sehr geholfen, um anschließend eine wirklich umfassende Nachbesprechung durchzuführen.“ Die Katastrophenschutz-Einheiten in Wuppertal und im Rheinisch-Bergischen Kreis konnten wertvolle Einsichten für zukünftige Einsätze mitnehmen. „Dabei haben wir natürlich selbstkritisch auf uns geschaut, was wir besser machen können“, ergänzt Hohnbaum.


Für Anne Paweldyk, Geschäftsführerin des ASB Bergisch Land, war die Bundesübung eine besondere Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit der eigenen Einsatzeinheiten in einem realistischen Großeinsatzszenario zu testen. „Echter Alarm ist für unsere Katastrophenschutzeinheiten zum Glück relativ selten. Eine solche Großübung schafft Routine für den Ernstfall und ist von unschätzbarem Wert,“ hält Paweldyk fest. „Ich freue mich, dass unsere Retterinnen und Retter, die zu einem Großteil rein ehrenamtlich arbeiten, diese Erfahrungen machen konnten und den Übungseinsatz im Nachhinein auch so selbstkritisch für ihre weitere Arbeit ausgewertet haben.“
Denn der Ernstfall kann dann doch schneller kommen als gedacht. Auf der Rückfahrt ins Bergische Land kam es während eines Halts an einer Raststätte zu einem realen Notfall, wenn auch glücklicherweise zu keinem Großeinsatz wie in der Übung. Aber unsere Helferinnen und Helfer waren zur Stelle und übergaben den Patienten an den eintreffenden Rettungswagen (der übrigens auch vom örtlichen ASB kam).


Hier finden Sie weitere Informationen und eine Bildergalerie zur ASB-Bundesübung.


Fotos: ASB/Hannibal